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Stand: 06.04.2007
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Salonmaschinengepäckwagen Sal Masch Pw 4ük-37

Wagennummern: 105 060 Bln bis 105 065 Bln
In den Jahren 1937 und 1938 entstanden für die Reichsbahn insgesamt sechs Maschinengepäck- wagen, deren Hauptaufgabe es sein sollte, die Stromversorgung der Dienstwagenzüge vor allem bei längerem Stillstand zu übernehmen.
Ein Blick auf den recht ungewöhnlichen Grundriß läßt jedoch noch eine Vielzahl weiterer Aufgaben erkennen. So fanden am NHBrE neben Abort und Wagenbegleiterraum auch noch zwei zweibettige Abteile Platz, die zur Unterbringung des Personals dienen sollten. Es folgte der etwa in Wagenmitte gelegene und in besonderer Weise isolierte Dieselgeneratorraum mit Dieselaggregat, Stromgenerator und Schalttafel. Daran anschließend waren dann Packraum, Anrichte, Küche und das in jener Zeit für Gepäckwagen noch obligatorische Zugführerabteil angeordnet. In der Küche konnten allerdings unter anderem aufgrund der sehr beengten Platzverhältnisse keine umfangreicheren Menüs zubereitet werden.
Der Bau der Sal Masch Pw 4ük-37 unterlag von Anfang an starkem Zeitdruck. Zwar waren die ersten drei Wagen zusammen mit einem Teil der übrigen Fahrzeuge des "Dienstzuges 1937" noch Anfang April 1937 in Auftrag gegeben worden und auch der für Mitte September 1937 (105 060 Bln bis 105 062 Bln) bzw. Frühjahr 1938 (105 063 Bln bis 105 065 Bln) festgelegte Liefertermin unterschied sich nicht großartig von dem der anderen Wagen. Jedoch betrat die Reichsbahn beim Bau der Maschinengepäck- wagen in vielen Bereichen Neuland.
Um den Liefertermin für die ersten Fahrzeuge halten zu können, war anfänglich vorgesehen, drei bereits vorhandene Gepäck- wagen (moderner Bauart) mit Maschinenanlagen ausrüsten zu lassen. Dem entsprechend zeigten die ersten Entwürfe dann auch Wagen mit einer LüP von 21.720 mm. Im Juni wurde jedoch entschieden, keine vorhandenen sondern drei neue Packwagen aus dem laufenden Fahrzeugprogramm 1937 für den Umbau zu verwenden. Durch diese Maßnahme versprach man sich vor allem eine wesentliche Vereinfachung der Fertigung, da so die sonst notwendigen Ausbauarbeiten unterbleiben konnten. Daraufhin wurden aus dem Baulos von LHW Breslau drei Fahrzeuge der Bauart Pw 4ü-37 entnommen (Nummern 105 724 bis 105 726) und die Bestellung zugunsten der drei Salon-Maschinengepäckwagen abgeändert. Die (anscheinend bereits angearbeiteten) Wagenkästen der drei Pw 4ü-37 sollten dabei ursprünglich beim Bau der Sal Masch Pw 4ük-37 Verwendung finden, letztendlich dürfte von den Spenderwagen allerdings kaum mehr als das zugeteilte Stahlkontingent genutzt worden sein. Nichts desto trotz bezeichnete man diese ersten drei Fahrzeuge auch weiterhin als "Umbauwagen". Am Rande sei noch angemerkt, daß die Wagennummern 105 724, 105 725 und 105 726 nach der oben geschilderten Aktion nicht wieder neu vergeben worden sind und somit frei blieben.
Hatte man sich bei den ersten drei Wagen aufgrund des Zeitdrucks noch dazu entschieden, Dieselgeneratoranlagen einbauen zu lassen, sollten die übrigen drei Fahrzeuge Dampfmaschinenanlagen erhalten, von denen man sich insbesondere eine niedrige(re) Geräuschbelästigung versprach. Um das erwartete Wagengewicht von 80 t aufzufangen, waren zudem dreiachsige Drehgestelle notwendig. Die Wagen 105 063 Bln bis 105 065 Bln wurden im Frühjahr 1937 dann auch in der beschriebenen Ausführung in Auftrag gegeben. Allerdings war diese Entscheidung im September schon wieder hinfällig, denn aufgrund der guten Erfahrungen mit den ersten drei Wagen beschloß man jetzt, auch die drei neuen Wagen entsprechend ausrüsten zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich die Fahrzeuge allerdings schon längst im Bau und so mußten an den im "Eisenrohbau" bereits fertiggestellten Untergestellen, Dächern und Seitenwänden (Abteilseite) teils recht umfangreiche Änderungsarbeiten vorgenommen werden. Gleichzeitig griff man auch wieder auf zweiachsige Drehgestelle zurück.
Im übrigen ist recht interessant, daß die für die Wagen 105 063 Bln bis 105 065 Bln bestellten Dampfkraftanlagen trotz der beschriebenen Ereignisse im November 1937 geliefert worden sind, Grund hierfür dürfte der Ende September bereits weit vorangeschrittene Bau gewesen sein. Die drei Dampfanlagen wurden daraufhin der Rbd Kassel zur stationären Verwendung übergeben, zum Einsatz kamen sie dort aber anscheinend nicht. Im August 1939 erbat man dann sogar die Rücksendung an das RZA Berlin, da mittlerweile beschlossen worden war, drei neue Salon-Maschinengepäckwagen mit eben jenen Anlagen bauen zu lassen. Aufgrund des knapp einen Monat später ausgebrochenen Krieges kam eine Realisierung dieser Planungen nicht mehr zu stande.
Nach Angaben von Joachim Deppmeyer aus "Die Einheits-Personen- und Gepäckwagen der Deutschen Reichsbahn, Bauarten 1932-1937" gab es zwischen beiden Serien einige Unterschiede bezüglich der Packraumgröße. Demnach hätten die letzten drei Wagen u. a. auch im Bereich des Packraums einen Seitengang besitzen müssen, was jedoch nach Studium der bekannten Unterlagen nahezu auszuschließen ist. Die angeführten Unterschiede der Ladelänge dürften dagegen auf Einbeziehung bzw. Nicht-Einbeziehung der fest installierten Schränke beruhen, denn auch hier zeigen die vorliegenden Skizzen keine nennenswerten Abweichungen.
Kleinere Unterschiede zwischen den zwei Mini-Serien waren aber dennoch vorhanden, so bestanden beispielsweise die Drehtüren des Seitengangs bei den letzten drei Wagen aus Leichtmetall (aus Gründen der Gewichtsersparnis). Auch wurden bei der zweiten Serie einige Verbesserungen an der Luftzuführung sowie der Abgasableitung des Dieselaggregats vorgenommen. Im Zuge dessen wurden zum Beispiel größere Schalldämpfer eingebaut (u. a. Ø 450 mm statt 350 mm), die daneben auch eine größere Dachöffnung notwendig machten. Zudem besteht die Möglichkeit, daß bei den Wagen 105 063 Bln bis 105 065 Bln die Fenster auf der Gangseite gegenüber des Dieselgeneratorraums etwas weiter in Richtung Packraum gewandert sind. Dies würde allerdings einschließen, daß bei der ersten Serie eine leicht andere Fensteranordnung vorgelegen hätte, als es die Übersichtszeichnungen vermuten lassen (dieser Punkt ist also mit Vorsicht zu genießen).
Konstruktion und Bau der Maschinengepäckwagen übernahmen wie bereits erwähnt den Linke Hofmann Werke in Breslau. Die ersten drei anfänglich offenbar als "Sal Pw 4ü-37" bezeichneten Fahrzeuge wurden Mitte September 1937 an die Reichsbahn übergeben. Im Anschriftenfeld fand sich jedoch bereits die später bei den drei 1938 gebauten Fahrzeugen von Anfang an verwendete Gattung "Sal Masch Pw 4ük" (-37). Von den drei übrigen Wagen waren 105 063 Bln und 105 064 Bln bereits Mitte März 1938 ausgeliefert, der Wagen 105 065 Bln dürfte kurze Zeit später gefolgt sein.

Verwendung und Umbauten bis 1945
Die Verteilung der sechs Salon-Maschinengepäckwagen auf die einzelnen Regierungszüge ist von deutlich mehr Verände- rungen geprägt, als dies bei den meisten der anderen Neubaufahrzeuge der Fall ist. Somit ergeben sich unweigerlich auch einige größere Lücken in den folgenden Darstellungen.
Die drei im September 1937 gelieferten Wagen wurden auf zwei Züge aufgeteilt, aus denen kurze Zeit später die Sonderzüge Hitlers (Einheit III) und Görings (Einheit I) hervorgehen sollten. Nach Angaben aus dem oben bereits erwähnten Buch von Joachim Deppmeyer sind dabei die Wagen 105 060 Bln und 105 062 Bln im Verband von "Einheit III" gelaufen. Demnach handelte es sich bei dem Wagen in Görings Zug um den 105 061 Bln. Diese Verteilung scheint auch in der ersten Zeit danach halbwegs Bestand gehabt zu haben, zumindest legen dies verschiedene Aufstellungen der beiden vorgenannten Sonderzüge nahe.
Die erste Verwendung der drei 1938 gelieferten Fahrzeuge ist dagegen unklar. MIt recht großer Wahrscheinlichkeit wurde der Wagen 105 064 Bln bereits direkt nach Indienststellung in den Zug "Einheit I" eingestellt, allerdings waren bislang keine exakten Angaben über die Zeit bis Ende 1938 finden. Im Fall des 105 063 Bln fehlt sogar jeglicher Hinweis für diesen Zeitraum, möglich wäre aber u. a. eine Verwendung als Reserve-Fahrzeug.
Etwas anders stellt sich die Situation beim 105 065 Bln dar. Anfang März 1938 - also noch vor seiner Fertigstellung - wird verfügt, daß der Wagen für die Italienreise Hitlers (Anfang Mai) im Bereich der Küche eine Funkanlage erhalten solle. Aus diesem Grund lieferte LHW zusammen mit dem Wagen einige zusätzliche Schränke. Ob die Funkanlage ebenfalls schon in Breslau eingebaut wurde, ließ sich bislang leider nicht feststellen. Gleiches gilt auch für die Frage, in welchem der drei Züge (Hitler, Minister, Presse) der 105 065 Bln während der Italienreise zum Einsatz kam. Im September 1938 wird der Wagen dann "anläßlich der politischen Ereignisse" (Höhepunkt der Sudetenkrise) der SS für den Sonderzug "Heinrich" zur Verfügung gestellt. Zu diesem Zweck baute das Raw Potsdam - um die notwendigen Geräte und Maschinen unterbringen zu können - die Betten in den beiden Schlafräumen 1 und 2 aus. Ob daneben auch die im März 1938 eingebaute Funkanlage im Bereich der Küche noch vorhanden war, ließ sich bis dato nicht ermitteln. Nach Auflösung des Zuges wurde der 105 065 Bln (nach wie vor als "SS-Funkwagen" bezeichnet) zudem vermutlich ab etwa Mitte November dem Reichspostministerium zur Durchführung von Versuchen und Messungen an der Antennen- und Sendeanlage übergeben.
Ende Januar 1939 wird schließlich gemeldet, daß der Wagen derzeit abgestellt ist und die SS alle temporär eingebauten Geräte nach der Rückkehr aus dem Sudetenland (wahrscheinlich allerdings erst nach den o. g. Versuchen) wieder ausgebaut hat. Da er in diesem Zustand nicht für die Verwendung in Regierungszügen geeignet war, bittet man um eine Entscheidung, ob der Wagen wieder in den Ursprungszustand zurückgebaut werden soll. Dies wird Anfang Februar verneint (die Funkanlage (!) soll vorerst im Wagen belassen werden) und im März ergeht Anweisung, daß der 105 065 Bln bis zur Lieferung des Nachrichtenwagens 10 255 Bln auch weiterhin der SS zur Verfügung stehen solle.
Einige Monate zuvor - Ende Dezember 1938 - findet sich dann auch die erste Erwähnung eines im Sonderzug des Auswärtigen Amts (AA) eingestellten Salon-Maschinengepäckwagen. Bei diesem Fahrzeug dürfte es sich mit recht hoher Wahrscheinlichkeit um den 105 063 Bln gehandelt haben, denn zwei Monate später wird vom AA der Wunsch vorgetragen, einige Schränke in eben jenem Wagen ändern zu lassen. Dies könnte zudem im Zusammenhang mit dem Einbau einer Funkanlage in den Gepäckraum des Wagens stehen. Allerdings ist der genaue Zeitpunkt dieses Einbaus nicht bekannt (irgendwann zwischen 1938 und August 1939).
An der beschriebenen Situation änderte sich vermutlich bis etwa Mitte 1940 nicht mehr allzu viel. Nichts desto trotz sind natürlich trotzdem einige Wechsel insbesondere zwischen den Fahrzeugen der Sonderzüge Hitlers und Görings denkbar. Die Wagen des Auswärtigen Amts (105 063 Bln) und der SS (105 065 Bln) dürften hingegen weitestgehend bei Ihren genannten Nutzern verblieben sein.
Größere Verschiebungen ergaben sich erst wieder nach der Fertigstellung der beiden Nachrichtenwagen 10 254 Bln und 10 255 Bln. So wird dem AA im August 1940 mitgeteilt, daß der 105 063 Bln wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurück- gebaut werden soll. Allerdings war der «Rückbau» nach dem derzeitigen Kenntnisstand weit umfangreicher, als es nach dieser Nachricht erscheinen mag. Denn zusammen mit der Bestellung des späteren Salon-Speisewagens 10 245 Bln war auch angeordnet worden, einen der sechs Salon-Maschinengepäckwagen für die Versorgung des Speisewagens umbauen zu lassen. Vorgesehen war demnach 1.) der Ausbau von Küche, Anrichte und Zugführerabteil und Herrichtung des dadurch freigewordenen Raums als "Kühlraum" (Ausstattung mit 2300-l-Kühlschrank) sowie 2.) das Entfernen der Zugführerkanzel und Einsetzen eines neuen und auf der gesamten Breite durchlaufenden Dachblechs. Außerdem sollte der Wagen nach Erledigung der Umbauarbeiten im Raw Potsdam der Waggonfabrik Wegmann zur Erneuerung des Anstrichs zugeleitet werden (so sollte gewährleistet werden, daß Speise- und der Maschinengepäckwagen in exakt dem selben Farbton geliefert werden).
Zwar ist bislang nicht restlos zu klären gewesen, ob dieser Umbau in allen Punkten verwirklicht wurde, jedoch sprechen verschiedene Fakten dafür. So befand sich der Wagen spätestens ab September 1940 tatsächlich im Raw Potsdam, auch ist bekannt, daß Küche, Anrichte und Zugführerabteil nachweislich bis spätestens Mitte 1941 entfernt worden sind. Nicht zuletzt existiert auch eine Skizze, die den beschriebenen Umbauzustand wiedergibt. Wann genau der Wagen wieder betriebsfähig zur Verfügung stand, ist dagegen unklar. Spätestens im April 1942 befindet er sich allerdings im Sonderzug Hitlers (Amerika), ehe er im September des selben Jahres (kurzzeitig?) im Austausch gegen einen weiteren Begleiterschlafwagen in den Vorzug von "Amerika" abwandern mußte.
Auch der 105 065 Bln wird - allerdings erst im November 1940 - wieder der Rbd Berlin für eine Verwendung in den Regierungs- zügen zur Verfügung gestellt. Nach der Übergabe im Dezember war dafür zu sorgen, den Wagen auf Kosten der SS wieder in den Ursprungszustand zurückzuversetzen (u. a. auch Ausbau des reichsbahneigenen Kurzwellensenders). Im März 1941 - der 105 065 Bln befand sich noch im Rückbau - wurde zudem beschlossen, bei gleicher Gelegenheit Maßnahmen zur besseren Schallisolierung durchführen zu lassen. Hierfür wurde unter anderem der Maschinenraum zweigeteilt: zu den Schlafabteilen hin ein Raum mit Lüftungstechnik und Werkbank sowie im Anschluß daran ein Raum mit Dieselaggregat und Schalttafel. Vier Monate später wird außerdem die Herrichtung eines Arztraumes angeordnet. Um dies zu erreichen, waren alle Schränke und Geräte von Küche und Anrichte vollständig zu entfernen und dafür ein Kühlschrank (nach unterschiedlichen Quellen 1700 l oder 2300 l Fassungsvermögen) sowie verschiedene Schränke und eine Spüle einzubauen. Außerdem mußten die Wände dieses neu geschaffenen Abteils sowie des Packraums mit weißer Farbe gestrichen werden. Spätestens im Januar 1942 wurde der Wagen wieder dem Betrieb übergeben und für die Dauer des Umbaus des 105 073 Bln dem Zug "Asien" beigegeben. Danach stellte man den 105 065 Bln auf Dauer in den Sonderzug Hitlers ein (in den Zugaufstellungen aus dem April 1942 fehlt er allerdings gänzlich).
Nach den guten Erfahrungen mit den am 105 065 Bln vorgenommenen Maßnahmen zur Geräuschminderung beschloß man, zwei weitere Salon-Maschinengepäckwagen (ohne besondere Dringlichkeit) umrüsten zu lassen. Möglicherweise sind diese Planungen tatsächlich umgesetzt worden. Jedenfalls wurden beim 105 064 Bln im Jahr 1942 nachweislich Änderungen am Dieselaggregat vorgenommen, allerdings ist der genaue Umfang nicht bekannt. Gleiches gilt prinzipiell zwar auch für einen Umbau des 105 061 Bln im Jahr 1944, allerdings finden sich in einer Liste der beim Hersteller zerstörten Bauteile auch Ausrüstungsgegenstände, die seinerzeit beim Umbau des 105 065 Bln verwendet worden sind. Andererseits ist nicht klar, ob dieser Umbau noch vollendet werden konnte, da es in einem Schreiben heißt, daß mit einer Lieferung der Teile "nicht in kurzer Zeit zu rechnen" wäre.
Um den Jahreswechsel 1944/1945 herum wurden die letzten Umbaumaßnahmen am Wagen 105 065 Bln durchgeführt. Abermals sollte der Bereich der ehemaligen Küche (jetzt Arztraum) umgebaut werden - und zwar wieder zu einer Kleinküche (für die Zubereitung von Diätgerichten). Zwar blieb der Kühlschrank (an der Wand zum Zugführerabteil angeordnet) erhalten, jedoch wurden ein Teil der Schränke sowie die Spüle entfernt, so daß u. a. ein Herd sowie ein Abwaschtisch Platz finden konnten. Die Ironie dieses - nur ca. fünf Monate (!) vor der Kapitulation durchgeführten - Umbaus erschließt sich erst, wenn man bedenkt, daß dieser Umbau auf eigenen Wunsch Hitlers durchgeführt wurde, seine letzte Fahrt mit dem ihn zugedachten Sonderzug (Mitte Januar) jedoch bereits einige Wochen vor der Fertigstellung des 105 065 Bln (Anfang Februar) erfolgte.
Bei Kriegsende befand sich ein Großteil der Wagen (105 060 Bln, 105 063 Bln, 105 064 Bln und 105 065 Bln) auf dem Gebiet der us-amerikanischen Besatzungszone, wobei die Fahrzeuge 105 063 Bln und 105 065 Bln in Österreich aufgegriffen worden sind. Die genannten Salon-Maschinengepäckwagen wurden in der Folge von der US Army beschlagnahmt und bis Anfang der fünfziger Jahre für eigene Zwecke vorgehalten, ehe sie wieder ins Eigentum der Deutschen Bundesbahn übergingen. Dagegen fehlen für die Wagen 105 061 Bln und 105 062 Bln eindeutige Hinweise zum Verbleib zwischen 1945 und 1949/50, erst danach tauchen sie wieder auf. Während der 105 062 gegen Ende 1949 zum Meßwagen Dienst4üe-37/49, 729 046 Han hergerichtet wird, erfolgt der Umbau des 105 061 zum Meßwagen erst im Jahr 1952 (Nummer unbekannt). Beide verblieben somit ebenfalls bei der Deutschen Bundesbahn.

Weiterführende Links
 Die Inneneinrichtung der Wagen
 Übersichtsskizzen
 Einsätze bei den Alliierten Streitkräften
 Der Wagen 105 060 bei der Deutschen Bundesbahn
 Der Wagen 105 061 bei der Deutschen Bundesbahn
 Der Wagen 105 062 bei der Deutschen Bundesbahn
 Der Wagen 105 063 bei der Deutschen Bundesbahn
 Der Wagen 105 064 bei der Deutschen Bundesbahn
 Der Wagen 105 065 bei der Deutschen Bundesbahn
 Zur Übersicht der heute noch vorhandenen Neubausalonwagen
 Quellenangaben
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Technische Daten
Herstellerwerk LHW Breslau
Baujahr 105 060 Bln - 105 062 Bln 1937
105 063 Bln - 105 065 Bln 1938
Beschafft auf Vertrag 105 060 Bln - 105 062 Bln 03.966 / 59.010
105 063 Bln - 105 065 Bln 03.966 / 59.006
Eigengewicht 105 060 Bln - 105 062 Bln 62,3 t
105 062 Bln - 105 065 Bln 61,2 t
Länge über Puffer 23.500 mm
Länge des Wagenkastens (mit Schürzen) 23.200 mm
Länge des Wagenkastens (ohne Schürzen) 22.200 mm
Drehzapfenabstand 16.180 mm
Größte Breite des Wagenkastens 2.880 mm
Wagenhöhe über Schienenoberkante ohne Kanzel 3.980 mm
Wagenhöhe über Schienenoberkante mit Kanzel 4.270 mm
Fußbodenhöhe über Schienenoberkante 1.260 mm
Drehgestellbauart Görlitz III schwer 4.Federung
Drehgestellachsstand 3.600 mm
Generatorbauart 105 060 Bln - 105 062 Bln Tatzlagergenerator ZOG 180
105 063 Bln - 105 065 Bln Tatzlagergenerator ZOG 181
Bremsbauart Kksbr, Hnbr
Heizungsbauart Whzde, Ofen
Beleuchtung Elektrisch
Schlußsignalhalter Aufgesetzt
Dachlüfter Kuckuckslüfter 7 Stück
Abteile Einstiegsräume 2x
Endabort 1x
Ofenraum 1x
Wagenbegleiterraum zweibettig 1x
Abteile zweibettig 2x
Dieselgeneratorraum 1x
Packraum 1x
Anrichte 1x
Küche 1x
Zugführerabteil mit Beobachtungskanzel 1x
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