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Stand: 07.04.2007
Pixelzeichnung
Salonwagen Sal 4ü-37a

Wagennummer: 10 206 Bln
Für den "Dienstwagenzug 1937" wurde auch dieser Wagen projektiert und gebaut. Seine Konstruktion zeigt einige kleine Abweichungen zu den im selben Kontext beschafften Salonwagen 10 205 und 10 207. Als erstes fällt dabei vor allem die andere Konstruktion im Bereich der Mittelaborte und der Badewanne auf. Unter Opferung des kleinen Seitenganges wurde hier eine normalgroße Badewanne eingebaut, die ausschließlich vom ersten Mittelabort betreten werden konnte. Ganz nebenbei vergrößerten sich durch diese Maßnahme auch die beiden angrenzenden Aborte. Grundsätzlich zeigte er in diesem Punkt also eine ähnliche Anordnung wie der 10 203 Bln, was auch nicht weiter verwundert, wenn man bedenkt, daß der 10 206 Bln eben diesen in seiner Funktion als "Führerwagen" ersetzten sollte. Ein Grund für die Wahl dieser Bad-Konstruktion dürfte im (zumindest offiziellen) "Single"-Dasein seines Nutzers zu suchen sein. Eine weitere Besonderheit läßt sich im Salon ausmachen, der von Fenstern mit einer Breite von 1200 mm anstatt der sonst üblichen 1100 mm versehen war und das obwohl unter gestalterischen Aspekten eine solche Lösung abgelehnt worden war.
Konstruktion und Bau dieses Wagens oblagen der Waggonfabrik Gebrüder Credé aus Kassel-Niederzwehren, geliefert wurde er im September 1937.

Verwendung und Umbauten bis 1945
Wie bereits oben erwähnt, war der 10 206 Bln von Anfang an als persönlicher Salonwagen Hitlers vorgesehen. Er löste damit den 10 203 Bln ab, der von nun an als Reserve für den 10 206 Bln zur Verfügung stand. In seiner Funktion als "Führerwagen" blieb er - nur unterbrochen von Revisionen und kleineren Umbauten - bis Kriegsende im Sonderzug Hitlers.
Am Wagen wurden während seiner Dienstzeit keine gravierenden Umbauten vorgenommen, erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang der Ausbau des jeweils zweiten Bettes in den Schlafräumen 3 und 4, die Anfertigung eines kleinen Geschirr- Gestells für den Salon sowie der Einbau kleiner Stahlkasseten in den ersten beiden Abteilen. Am umfangreichsten dürfte jedoch die Änderung der Warmwasserversorgung im Jahr 1942 durch das Raw Potsdam ausgefallen sein. Grund für diese Maßnahme war das häufige Einfrieren der Wasserleitungen bei längerer Standzeit des Sonderzuges an Tagen mit hohen Minustemperaturen, was prinzipiell bei allen Neubauwagen anzutreffen war. Demgegenüber wurde der geplante Einbau eines größeren Panzerschranks in den zweiten Schlafraum (an der Wand zum Bad) vermutlich nicht durchgeführt.
Gegen Kriegsende stand der Wagen zusammen mit dem Sonderzug an der Tauernstrecke in Österreich. Auf persönlichen Befehl Hitlers wurde der Wagen einige Tage nach seinem Selbstmord (30. April 1945) aus dem Sonderzug herausgelöst und anschließend durch mitreisende SS-Truppen am 7. Mai 1945 in der Nähe von Mallnitz (Kärnten) gesprengt. Damit sollte eine Zurschaustellung des Fahrzeugs durch die Alliierten verhindert werden, wobei es jedem selbst überlassen sein soll, sich über diese Entscheidung eine eigene Meinung zu bilden.

Weiterführende Links
 Die Inneneinrichtung des Wagens
 Übersichtsskizze
 Quellenangaben
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Technische Daten
Herstellerwerk Gebrüder Credé, Kassel-Niederzw.
Baujahr 1937
Beschafft auf Vertrag 03.966 / 59.002
Eigengewicht 63,5 t
Länge über Puffer 23.500 mm
Länge des Wagenkastens (mit Schürzen) 23.200 mm
Länge des Wagenkastens (ohne Schürzen) 22.200 mm
Drehzapfenabstand 16.180 mm
Größte Breite des Wagenkastens 2.880 mm
Wagenhöhe über Schienenoberkante 3.980 mm
Fußbodenhöhe über Schienenoberkante 1.260 mm
Drehgestellbauart Görlitz III schwer 4.Federung
Drehgestellachsstand 3.600 mm
Generatorbauart Tatzlagergenerator ZOG 180
Bremsbauart Kksbr, Hnbr
Heizungsbauart Whzde, Ofen
Beleuchtung Elektrisch
Schlußsignalhalter Aufgesetzt
Dachlüfter Doppelte Wendlerlüfter 7 Stück
Einfache Wendlerlüfter 3 Stück
Abteile Vorsalon 1x
Salon 1x
Abteile einbettig 2x
Mittelabort mit Badewanne 1x
Mittelabort ohne Badewanne 1x
Abteile zweibettig 2x
Wagenbegleiterraum 1x
Ofenraum 1x
Endabort 1x
Einstiegsraum 1x
Führerwagen, 10206 Bln, Sal4ü-37a, Salon4ü-37a, Salon 4ü-37a, Berlin, Salonwagen