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Quellenangaben Ι Stand: 18.03.2009
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Gesellschaftswagen 10 850

Neubeginn nach 1950
Als die Deutsche Bundesbahn im Jahr 1951 neben anderen Salonwagen auch den Wagen 10 215 von der US Army übernahm, dürfte bei der DB kaum ein Interesse an der Weiternutzung dieses Fahrzeugs in seiner ursprünglichen Form bestanden haben. Zwar handelte es sich im Kreis der vorhandenen Salonwagen um eines der modernsten Fahrzeuge, die Nachteile des Wagens konnte dies aber kaum aufwiegen: ohne einen Umbau bot er lediglich für zwei Personen Platz, auch fehlte ein Raum für den (notwendigen) Wagenbegleiter. In diesem Zustand wäre also ein ständiger Begleitwagen nahezu unumgänglich gewesen. Dies läßt einen Einsatz sowohl für die Bundesregierung als auch im öffentlichen Verkehr als unwirtschaftlich erscheinen, zumal für diese Zwecke genügend andere, besser geeignete Salonwagen zur Verfügung standen. So verwundert es nicht, daß der Wagen recht bald einer anderen Nutzung zugeführt wurde.

Einsatz als Gesellschaftswagen und Ausmusterung
Spätestens zwei Jahre nach der Übernahme durch die DB erfolgte die Herrichtung zu einem Gesellschaftswagen für die BD Frankfurt, verschiedentlich wird als Umbauzeitpunkt aber auch das Jahr 1951 angegeben, so unter anderem in [4] und [5]. Die neue Raumaufteilung entsprach dabei weitgehend jener der übrigen Gesellschaftswagen der Bundesbahn. Zwischen den beiden Einstiegsräumen lagen der Übertragungsraum (mit Filmprojektor), das Reiseleiterabteil, der Gesellschaftsraum mit Sitzecke und Bar, eine kleine Küche sowie dieser gegenüber ein Abstellraum für nicht verwendete Tische und Stühle.
Als Besonderheit behielt der nunmehr als WG 6üm-40/53, 10 850 Ffm bezeichnete Wagen sowohl das Sonnenschutzdach als auch die Dachantenne. Im Bereich der Küche wurde daneben ein zusätzliches Fenster eingebaut. Gleiches gilt vermutlich auch für den Abstellraum, allerdings ist die Übersichtsskizze der DB [1] in diesem Punkt in sich widersprüchlich und leider sind dem Autor bislang auch keine Fotografien der Gangseite des Fahrzeugs bekannt geworden.
Abweichend von den meisten Gesellschaftswagen erhielt der 10 850 Ffm den Anstrich der F-Zug-Wagen: stahlblauer Wagenkasten (RAL 5011), tiefschwarzes Untergestell (RAL 9005) und Dach in Weißaluminium (RAL 9006). Zudem zierte die Seitenwände des Fahrzeugs der erhaben ausgeführte Schriftzug "DEUTSCHE BUNDESBAHN".
Ein langes Leben war dem Wagen jedoch auch in diesem Zustand nicht beschieden. Im Jahr 1954 erlitt das Fahrzeug in Würzburg einen schwerwiegenden Brandschaden, der im November gleichen Jahres zur Ausmusterung des 10 850 Ffm führte.

Weiterführende Links
 Übersichtsskizzen
 Verwendung und Einsatz vor 1945
 Einsätze bei den Alliierten Streitkräften
 Quellenangaben
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Technische Daten
Herstellerwerk Wegmann & Co., Kassel
Baujahr 1940
Herrichtung zum Gesellschaftswagen 1951/53
Ausmusterung 11.1954
Bezeichnungen nach Umbau 1951/53 WG 6üm-40/53, 10 850 Ffm
Abteile Einstiegsräume 2x
Übertragungsraum 1x
Reiseleiterraum 1x
Gesellschaftsraum mit Bar 1x
Küche 1x
Abstellraum 1x